Projektförderung mit Eleganz

Der Bundesstützpunkt Eiskunstlauf in Oberstdorf wird schon seit vielen Jahren von ProSport gefördert. Dabei geht es sowohl um klassisches Athletiktraining als auch um sogeannte Off-Ice-Projekte. Wir haben mit dem Bundesstützpunktleiter Daniel Wende gesprochen:

Wie sieht im Eiskunstlauf eine klassische Saisonverlauf aus? Liegt der Schwerpunkt hier auch im Winter?

Daniel Wende: Unsere Eiskunstlaufsaison beginnt traditionell bereits Anfang Mai, wenn das Eissportzentrum Oberstdorf nach einer kurzen Schließzeit von Ende März bis Ende April wieder seine Tore öffnet.
Die Monate Mai bis August bilden dabei eine besonders wichtige und intensive Vorbereitungsphase. In dieser Zeit werden neue Schlittschuhe eingelaufen, Choreografien für die kommende Wettkampfsaison erarbeitet, neue technische Elemente und individuelle Trainingsschwerpunkte entwickelt sowie die Grundlagen in den Bereichen Athletik, Fitness und Ausdauer geschaffen.
Man könnte also durchaus sagen: „Im Sommer wird der Wintersportler gemacht!“
Bereits ab Mitte August beginnt für unsere besten Nachwuchstalente die internationale Wettkampfsaison mit der Junior-Grand-Prix-Serie der International Skating Union (ISU). Hier treten die besten Juniorinnen und Junioren in den Disziplinen Einzellaufen Damen und Herren, Eistanzen und Paarlaufen gegeneinander an.
Ab Ende September steigen dann auch unsere Seniorensportlerinnen und -sportler in die internationalen Wettkampfserien ein. Die Saison erreicht mit den großen Meisterschaften im Winter ihren Höhepunkt. Dazu zählen insbesondere die Deutschen Meisterschaften, die Europameisterschaften und schließlich die Weltmeisterschaften im März. In olympischen Jahren kommen natürlich noch die Olympischen Winterspiele als absoluter Saisonhöhepunkt hinzu.
Der Schwerpunkt der Wettkämpfe liegt somit tatsächlich in den Herbst- und Wintermonaten. Die entscheidenden Grundlagen für sportliche Höchstleistungen werden jedoch bereits während der intensiven Sommermonate gelegt.

Wie ist es bei euch um den Nachwuchs bestellt und welche Talente von euch haben den Weg in die Weltspitze geschafft?

Daniel Wende: Wir haben hier am Bundesstützpunkt Oberstdorf einige sehr vielversprechende Nachwuchstalente, die es natürlich nachhaltig und langfristig zu entwickeln gilt. Denn der Weg an die internationale Spitze ist lang und erfordert neben Talent vor allem Disziplin, Durchhaltevermögen und ein professionelles Trainingsumfeld.
Unsere Trainerinnen und Trainer leisten hier wirklich hervorragende Arbeit. Dass wir am Standort Oberstdorf auf einem sehr guten Weg sind, zeigen auch die zahlreichen nationalen und internationalen Erfolge, die wir in den vergangenen Jahren feiern konnten.
Ein besonderes Highlight war natürlich die Teilnahme unseres Eistanzpaares Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina. Aber auch im Nachwuchsbereich konnten wir große internationale Erfolge verzeichnen. So gewannen beispielsweise Darya Grimm und Michail Savitskiy im Junioren-Eistanzen mehrere Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften und in der internationalen Junior-Grand-Prix-Serie.
Ein weiteres schönes Beispiel ist unser erst 19-jähriger Einzelläufer Genrikh Gartung, der erst kürzlich im September bei der traditionsreichen Nebelhorn Trophy hier in Oberstdorf die Silbermedaille gewinnen konnte. Bereits in der vergangenen Saison gelang es ihm, sowohl bei den Europameisterschaften als auch bei den Weltmeisterschaften der Senioren das Finale zu erreichen – und das in diesem jungen Alter!
Diese Beispiele zeigen, welches Potenzial in unserem Standort steckt und welch hervorragende Arbeit hier täglich auf und neben dem Eis geleistet wird.
Unser Ziel ist es, diese positive Entwicklung fortzusetzen, junge Talente behutsam an die internationale Spitze heranzuführen und Oberstdorf auch langfristig als erfolgreichen Eiskunstlaufstandort zu etablieren.

Die Förderung durch ProSport kommt da sicher gelegen. Wie sieht die Förderung aus und für welche Zwecke, Trainingsmittel oder Ausrüstung verwendet ihr die Unterstützung?

Daniel Wende: ProSport ist für uns enorm wichtiger und verlässlicher Partner, weil die Förderung genau dort ansetzt, wo sie besonders wertvoll ist: bei unserem sportlichen Nachwuchs!
Wir setzen die Fördermittel von ProSport gezielt dafür ein, unsere jungen Athletinnen und Athleten des bayerischen Landeskaders sowie des Nachwuchskaders 2 (NK2) in wichtigen Bereichen ihrer sportlichen Entwicklung zu unterstützen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Präventionstraining zur Verletzungsprophylaxe sowie auf dem für das Eiskunstlaufen so wichtigen Off-Ice-Training, also der Ausbildung abseits der Eisfläche. Dazu gehören beispielsweise Tanzworkshops, Ballettmaßnahmen und weitere eiskunstlaufspezifische Trockentrainingseinheiten, die insbesondere die Koordination, Beweglichkeit, Körperbeherrschung und athletischen Grundlagen unserer Nachwuchssportler verbessern.
Gerade im modernen Eiskunstlaufen ist es entscheidend, dass junge Talente nicht nur auf dem Eis, sondern auch abseits davon vielseitig und professionell ausgebildet werden. Hier können wir dank der Unterstützung von ProSport zusätzliche Trainingsangebote schaffen, die im regulären Trainingsalltag ansonsten nur schwer zu finanzieren wären.
Diese Förderung ist für uns deshalb weit mehr als eine finanzielle Unterstützung – sie ist eine wertvolle Investition in die sportliche Zukunft unserer jungen Talente. Dafür sind wir ProSport sehr dankbar!

Ist damit ProSport für euch eine hilfreiche, sinnvolle Einrichtung, die ihr weiter gern in Anspruch nehmen würdet?

Daniel Wende: Zunächst einmal möchte ich betonen, wie dankbar wir sind, dass es mit ProSport hier im Allgäu eine Institution gibt, die sich mit so viel Engagement für den regionalen Sport und insbesondere für die Nachwuchsförderung einsetzt. Wir sind sehr froh, dass auch der Eiskunstlauf von dieser wertvollen Unterstützung profitieren darf.
Der Eiskunstlauf hat im Allgäu und insbesondere hier in Oberstdorf eine lange und erfolgreiche Tradition. Diese Tradition möchten wir nicht nur bewahren, sondern auch in Zukunft mit Leben füllen und durch neue sportliche Erfolge fortschreiben.
Ohne einen so verlässlichen Partner wie ProSport an unserer Seite wäre es für uns als vergleichsweise kleinen Sportverband deutlich schwieriger, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Nachwuchsentwicklung zu schaffen.
Deshalb möchten wir uns ganz herzlich für die langjährige Unterstützung und vor allem für das Vertrauen bedanken, das uns entgegengebracht wird.
Unser größter Wunsch ist es, dieses Vertrauen durch die positive Entwicklung unserer jungen Talente und hoffentlich viele weitere sportliche Erfolge in den kommenden Jahren zurückzuzahlen.
Ein ganz herzliches Dankeschön an ProSport und alle, die diese wertvolle Förderung möglich machen!

Danke für das Gespräch und euch viel Erfolg für die anstehenden Wettkämpfe.

Im Bild: Jennifer Janse van Rensburg – Benjamin Steffan (Olympiateilnehmer Mailand-Cortina 2026, mehrfache deutsche Meister im Eistanzen)